Pro Quote Regie ist jetzt

Pro Qoute Film

ProQuote-Regie

„Especially when it comes to public money – it has to be equal.“ Jane Campion, Cannes 2014

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Dortmunder Erklärung

Posted by on Okt 19, 2017 in FORUM, NEWS |

 

Forderungskatalog

zur Geschlechtergerechtigkeit in der Film- und Medienbranche

 

forderungskatalog-skizze©Christiane Büchner

 

PRÄAMBEL
In der deutschen Film- und Fernsehbranche arbeiten in den meisten kreativen Schlüsselpositionen mehr Männer als Frauen, zu dem Schluss kommen die FFA Studie Gender und Film und die Studie von ARD und ZDF aus dem Jahr 2017. So führen z.B. in nur 22% aller Kinofilme Frauen Regie, bei den TV-Filmen liegt die Regie – Quote von Frauen sogar nur bei 14%. Dem gegenüber stehen 44% Regie-Absolventinnen an den Filmhochschulen. Ähnlich sehen die Verhältnisse im Bereich Drehbuch (48% Absolventinnen gegenüber 23% Autorinnen Kinofilm und 23% Autorinnen TV-Film) und Produktion aus (40% Absolventinnen gegenüber 14 % Produktion Kino und 32% Produktion TV). Auch vor der Kamera kommen Frauen weniger vor als Männer. Folglich existieren branchenkulturelle Barrieren, die sich stärker auf die Berufschancen von Frauen auswirken.

Im Sinne von Artikel 3 des Grundgesetztes der Bundesrepublik Deutschland fordern wir für die Film- und Medienbranche, dass der Staat die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern fördert und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinwirkt.

 

1. Quote
Die öffentlichen Filmförderungen sowie die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sollen ihre Budgets bzw. Aufträge mit einer Quote von mindestens 40% und langfristig 50% an Projekte mit Frauen in folgenden kreativen Schlüsselpositionen vergeben: Drehbuch, Regie, Produktion. Die vorgeschlagene Soll-Bestimmung ist verbindlich, lässt aber in begründeten Fällen Abweichungen zu. Diese müssen öffentlich transparent nachvollziehbar begründet werden.

 

2. Weitere Steuerungs-Instrumente
Die Filmförderungen sowie die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind verpflichtet, Strategien und Instrumente zu entwickeln, um den Anteil der Einreichungen von Frauen zu erhöhen.
Das gilt besonders für den Bereich der Spiel- und Dokumentarfilme mit mittlerem (2-5 Mio. €) und hohem (über 5 Mio. €) Budget.

Die dazu notwendigen Schritte werden gemeinsam erarbeitet. Denkbar ist neben der Quote z.B. ein Punktesystem, wie es beim österreichischen Filminstitut praktiziert wird: Wer Frauen als „Head of Departments“ der unterschiedlichen Gewerke besetzt, kann Punkte sammeln, die beim nächsten Filmprojekt bis zu 30.000€ zusätzlicher Förderung wert sein können.
Grundsätzlich ist es hierbei sinnvoll und hilfreich, die Fördersituation in anderen europäischen Ländern zu betrachten.

 

3. Gendermonitoring
Jede Filmförderinstitution sowie die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind verpflichtet, nach jeder Kommissionssitzung oder Intendant*innenentscheidung folgende Informationen zu veröffentlichen:

  • Anzahl der eingereichten und der geförderten Projekte mit Angabe des Geschlechts der beteiligten Filmschaffenden
  • beantragte und bewilligte Fördersummen, bzw. Produktionssummen
  • Die Kriterien, nach denen Förderentscheidungen und Aufträge vergeben werden, sind transparent zu machen (z.B. durch schriftliche Stellungnahmen)
  • Anteil an weiblich und männlich besetzten Rollen und Aufteilung des GesamtBudgets der Schauspielgagen zwischen Schauspieler*innen

Ein entsprechender Jahresbericht soll zeitnah zum neuen Jahr veröffentlicht werden.

 

4. Gendergerechtigkeit bei den Gewerken
Die Filmförderungen sowie die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind verpflichtet, neben der Erhöhung des Frauenanteils bei den Regieaufträgen darauf zu achten, dass auch in den übrigen Gewerken der Frauenanteil gesteigert wird (z.B. Produktion, Buch, Kamera, Ton, Schnitt, Masken-, Kostüm-und Szenenbild, Filmmusik und Cast).

 

5. Geschlechtergerechte Besetzung der Gremien
Jede Filmförderinstitution sowie die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind verpflichtet, ihre Aufsichts- und Beratungsgremien geschlechtergerecht 50:50 zu besetzen.
Die Besetzung der Rundfunkräte sollte außerdem die gesellschaftlich relevanten Verbände und Gruppierungen spiegeln. Die geschlechtergerechte Besetzung des Rundfunkrates und aller Gremien muss im Rundfunkstaatsvertrag festgeschrieben werden.

 

6. Gleichstellungsbeauftragte für Gremien der Filmförderungen und für die Auftragsvergabe in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten
Die Filmförderungen sowie die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind verpflichtet, Gleichstellungsbeauftragte zu installieren, um den Ausbau und die Einhaltung von Gendergerechtigkeit bei der Filmfinanzierung und der Verteilung von Arbeitsaufträgen für TV-Filme und Serien zu beobachten, zu unterstützen und zu beraten.

 

7. Sicherung des Filmerbes von Frauen – Überarbeitung der 500er-Liste
Seit 2012 wird das deutsche Filmerbe ansatzweise digital gesichert.
Die sogenannte „500er-Liste“ der filmhistorisch wertvollen und förderungswürdigen Filme des Deutschen Kinematheksverbundes enthält Titel von wichtigen deutschen Filmen, die zur Digitalisierung anstehen. Die Anzahl der Filme von Frauen ist dabei vergleichsweise (ca. 30 Regisseur*innen mit rund 50 Filmen) gering und entspricht nicht ihrer gesellschaftlichen und historischen Bedeutung. So werden z.B. die Filme von Regisseurinnen aus den Aufbruchsjahren des deutschen Kinos der 1960er und 1970er Jahre kaum berücksichtigt. Ihre Werke müssen auf die Listen des zu sichernden Filmerbes gesetzt werden, damit sie sowohl dem breiten Publikum als auch den Filmstudent*innen zugänglich sind.
Die Kriterien für die Digitalisierung eines Films müssen transparent gemacht werden.

 


 

Erstunterzeichner*innen:

Petra Hoffmann, Autorin, Regisseurin, Produzentin
Vorstandsmitglied Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK)

Susanne Foidl, Schnittmeisterin
Gleichstellungsbeauftragte der Filmuniversität Babelsberg, Babelsberger Salon

Julia Beerhold, Schauspielerin,
Vorstandsmitglied Bundesverband Schauspiel (BFFS)

Petra L. Schmitz, Leiterin dfi-Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW

Gudrun Lehmann, Musikerin, Komponistin, Kulturmanagerin
Film Sound Hamburg, WIFTG

Silke Johanna Räbiger, Festivalleiterin
Internationales Frauenfilmfestival Dortmund | Köln e.V.

Christiane Büchner, Regisseurin
LaDOC Frauen – Film – Netzwerk Köln

Barbara Teufel, Regisseurin, Drehbuchautorin
Pro Quote Regie – Zusammenschluss von Regisseurinnen in Deutschland

Cornelia Köhler, Autorin
Vorstandsmitglied Women in Film and Television Germany (WIFT Germany)

Stephanie Hardt, Bildgestalterin
Professorin an der ifs, internationale filmschule köln

Birgit Guðjónsdóttir, Bildgestalterin (bvk)
Professorin an der Hochschule für Film und Fernsehen, Konrad Wolf‘ Potsdam-Babelsberg

Elfriede Schmitt, Kulturmanagerin
Projektleitung LaDOC Lectures, Köln

 


 

Kontakt:

Int. Frauenfilmfestival Dortmund | Köln
Silke J. Räbiger
c/o Kulturbüro Stadt Dortmund
Küpferstraße 3
44122 Dortmund
www.frauenfilmfestival.eu

 

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„Zur Sache Schätzchen!“ Pro Quote Regie goes Münchner Filmfest

Posted by on Jun 12, 2017 in FORUM |

„Zur Sache, Schätzchen!“
Ein Panel von Pro Quote Regie
auf dem Münchner Filmfest
Am Samstag, den 24. Juni 2017
Beginn 14:30 Uhr
Einlass ab 14:00 Uhr

Black Box im Gasteig
Rosenheimerstrasse 5, 81667 München


bildleiste

Seit der Gründung 2014 hat Pro Quote Regie viel bewegt. Einer der größten Erfolge ist die aktuelle zweiteilige Studie „Gender und Film“ von der FFA und „Gender und Fernsehfilm von ARD und ZDF.

 

Die Ergebnisse der Studie bestätigen nicht nur die Zahlen von Pro Quote Regie. Sie zeigt wie eklatant das Missverhältnis zwischen Ausbildung und Beschäftigung auch von Frauen in den anderen kreativen Führungspositionen Produktion, Drehbuch, Montage, Kamera, Ton und Szenografie ist. Erstmals wurden die Barrieren für Frauen im Film- und Fernsehgeschäft ermittelt. Es sind vor allem stereotype Wahrnehmungskriterien auf den Entscheidungsebenen und männlich konnotierte Berufsbilder, die Frauen in den kreativen Schlüsselpositionen verhindern. Als weitere Gründe werden „Risikoaversion“ und „Mutlosigkeit“ des öffentlich rechtlichen Rundfunks sowie der FFA genannt.

Die Analyse ist da. Jetzt geht es darum, die Lage nachhaltig zu verändern. Vier Monate nach der Veröffentlichung möchten wir u.a. mit Vertreter*innen von FFA, ARD und ZDF eine erste Bilanz ziehen: Gibt es bereits Maßnahmen und Veränderungen als Folge aus der Studie? Welche Veränderungen werden langfristig angestrebt? Und wir möchten darüber diskutieren, wie die Erkenntnisse aus der Studie zu einer diversen und innovativen Zukunft der Film- und Fernsehbranche beitragen können. Zur Sache, Schätzchen!

 

Das Programm:

24. Juni 2017, 14.00 Uhr
in Black Box, Gasteig, Rosenheimerstrasse 5, 81667 München

Grußwort:
Diana Iljine, Geschäftsführerin der Int. Münchner Filmwochen GmbH und Leiterin des Filmfests München

Einführung:
Barbara Teufel, Vorstand Pro Quote Regie

Keynote:
Lisa Basten, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Auf dem Panel:
Christine Berg, stellvertretender Vorstand der Filmförderungsanstalt FFA
Dunja Bialas, Vorstandsmitglied des Verbandes der deutschen Filmkritik
Robert Franken, digitaler Potenzialentfalter und Feminist
Dr. Norbert Himmler, Programmdirektor des ZDF (angefragt)
Jörg Schönenborn, Fernsehdirektor des WDR (angefragt)

Moderation: Barbara Rohm, Vorstand Pro Quote Regie

Ca. 90 Minuten

 Bitte melden sich sich an unter: JA, ICH MÖCHTE TEILNEHMEN!
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Maßnahmen zur Lohngerechtigkeit

Posted by on Feb 3, 2017 in FORUM |

Let’s talk about money – Sprechen wir über Geld! 

Maßnahmen für Lohn- und Gendergerechtigkeit in der Film- und Fernsehbranche Ergebnisse der ersten Fachtagung am 19.1.2017 in den Räumen des BMFSFJ 

Beschäftigung, Marktpräsenz und Bezahlung bilden einen Dreiklang in den freien Berufen der Film-branche, besonders aber in der Regie.
In den zwei Gesprächsrunden KINO und FERNSEHEN wurde diese Korrelation deutlich: Eine Mehrbeschäftigung von Regisseurinnen ist der erste Schritt um den bestehenden Gender Pay Gap von bis zu 36 Prozent zu schließen. Man verständigte sich darauf, dass dies ein wichtiger Schritt sei, der nun gemeinsam gegangen werden soll.

Die geladenen Expertinnen und Experten (u.a. Patrica Schlesinger, Intendantin des RBB, Kirsten Niehuus, Intendantin des Medienboard Berlin Brandenburg GmbH, Michael Lehmann, geschäftsführender Vor- stand von Studio Hamburg, Claudia Tronnier, Leiterin ZDF Kleines Fernsehspiel) waren sich einig, dass noch viel getan werden muss, damit mehr Frauen in der Film- und Fernsehbranche engagagiert werden. Bis jetzt liegt die Zahl der beschäftigten Regisseurinnen in den Primetime-Formaten von ARD und ZDF bei durchschnittlich 12 Prozent. (Quelle: Studie, BKM, 2015 & BVR-Bericht, 2016) 

Das Interesse wurde von allen Seiten mehrfach bekundet. In diesem Zusammenhang wurde auch debattiert, wie der Wiedereinstieg nach Familienzeiten erleichtert werden kann.

Stereotype Wahrnehmungskriterien verhindern, dass Regisseurinnen engagiert werden. 

Zur Sprache kamen auch die üblichen Vorurteile und häufigsten Ablehnungsgründe gegenüber Regisseurinnen:

•Film als Hochleistungsindustrie könne nur erfahrene Regisseure beschäftigen, die mit den knappen Drehzeiten zurechtkämen.

•Man gehe lieber auf Nummer sicher und setze auf das Bewährte.

•Man traue Frauen höhere Budgets weniger zu.
Stereotype lassen sich aufbrechen, indem mehr Frauen vor und hinter der Kamera engagiert werden.
Die Quintessenz des Tages war: Am Gender Pay Gap in der Film- und Fernsehbranche und insbesondere bei der Regie muss dringend etwas geändert werden.
Das gute ist: Jede/r Einzelne kann sofort damit anfangen.
Das Studio Hamburg unter Leitung von Michael Lehmann geht mit gutem Beispiel voran und praktiziert das seit fünf Jahren mit guten Erfahrungen: In der Serie Großstadtrevier wird die 50/50 Quote 2017 bereits umgesetzt sein.

Workshops 

In zwei Workshops KINO und FERNSEHEN unter der Leitung von Ama Walton und Henrike von Platen wurden wirksame und machbare Maßnahmen diskutiert. Aus den Ergebnissen haben wir gemeinsam einen Maßnahmenkatalog zusammengestellt.

Manche Vorschläge bedürfen nur eines mutigen Voranschreitens einzelner Entscheidungsträger*innen, andere brauchen einen längeren Atem, wieder andere erscheinen utopisch, andere machbar.

Das wichtigste aber können wir alle sofort machen: Bewusstsein für die Schie age entwickeln und sie beseitigen. Hierzu kamen viele Vorschläge.

Lohngerechtigkeit und damit Gleichstellung kann einfach sein 

Die folgenden Maßnahmen für Entscheider*innen in Sendern, Produktionen und Filmförderung lassen sich sofort umsetzen: 

1.Einfach ab sofort mehr Regisseurinnen beschäftigen. Studio Hamburg hat es vorgemacht.

2.Geben Sie im Sender die Parole aus: Regisseurinnen fördern und anstellen.

3.Halten Sie bewusst nach Regisseurinnen und ihren Projekten Ausschau.

4.Auf Vorschlagslisten zu gleichen teilen Frauen und Männer setzen.

5.Lernen Sie Regisseurinnen kennen. Laden Sie sie ein.

6.Schärfen Sie Ihre Netzwerke. PQR kann Ihnen helfen, wir kennen über 400.

7.Sie haben Angst vor dem RISIKO? Bieten Sie ein Shadowing an für interessante Regisseurinnen,
die Ihr Format noch nicht gemacht haben.

8.Sie sind der Chef oder die Che n! Sie haben die Macht etwas zu verändern.

9.Ein kleiner Schritt für Sie, ein großer Schritt in Richtung Emanzipation unserer Gesellschaft.
Seine Sie mutig, schreiten sie voran!

Bewusstseinswandel beginnt im Kopf: Stereotype erkennen und verhindern 

Klischees von Frauen und stereotype Rollenbilder, die in vielen Filmen immer wieder reproduziert werden, prägen unsere Gesellschaft. Es sind diese Stereotype, die verhindern, dass Frauen als kreative starke Persönlichlikeiten wahrgenommen werden, dass Regisseurinnen, die starke Filme machen, mit interessanten Projekten und Budgets beauftragt werden. 

1. Vermeiden Sie stereotype Rollenklischees in Drehbüchern. Weisen Sie in Ihrer Funktion auf Stereotype hin und überlegen sie Alternativen.

2. Implementieren Sie Fortbildungen für Entscheidungsträger*innen bei Sendern und Förderanstalten, damit stereotype Wahrnehmungskriterien hinterfragt, verstanden und vermieden werden können.

3. Wenn Sender und Förderungen NEROPA *(siehe: Neropa) anwenden, um besonders bei Nebenrollen die Rollenbilder zu hinterfragen, können sie effektiv die Beschäftigungslücke zwischen Schauspielern und Schauspielerinnen verringern.
Regelmäßige Beschäftigung von Frauen führt zu mehr Lohngerechtigkeit.

Let’s talk about money… – Sprechen wir über Geld 

Transparenz bei Honoraren ist wichtig, um unfaire, niedrigere Bezahlung zu vermeiden. Reden wir über Geld – im öffentlichen wie im privaten Raum. 

1. Code of Conduct* für Produktionen einführen. Für faire, gerechte und geschlechtergerechte Arbeitsbedingungen und Verteilung der Ressourcen.

2. Gleichstellungsbeauftragte in Berufsverbänden und größeren Produktions rmen einführen, da freie Beschäftigte keine Stelle haben, an die sie sich wenden können.

3.Schaffen Sie einen solidarischen Austauschgeist über Arbeitsbedingungen und Honorare.

4.Frauen müssen lernen, entspannt und selbstbewusst zu verhandeln und zu fordern.
Männer müssen lernen, diese Forderungen zu akzeptieren. Auch hier geht es darum, Stereotype abzubauen. Wenn eine Frau hart verhandelt, wird das meist negativer bewertet als bei einem Mann. Hier greifen ganz alte Geschlechterklischees.

Lohndumping in der Film- und Fernsehbranche betri t Frauen und Männer! 

Gesetzliche Maßnahmen für mehr Lohngerechtigkeit und Transparenz. 

1.RegelmäßigesGender Monitoring für Sender und Kinoförderungen: wieviele Projekte und wieviele Gelder sind an Männer und Frauen gegangen? Entscheidungen begründen.

2. Gendergerechtigkeit als Kriterium für eine Projektvergabe einführen: Das Best Practice Beispiel Schweden zeigt: Eine Zielvorgabe kann sehr schnell etwas erreichen. In Österreich gibt es ein Punktesystem, in Spanien ist die Genderfrage ein Pluspunkt bei der Vergabe von Projekten. Die Frage nach gendergerechter Verteilung der öffentlichen Gelder und Projekte könnte also auch in Deutschland als eines der Kriterien für die Vergabe von Geldern und die Entscheidung für Projekte dienen.

3. Gleichstellungsparagraph in den Rundfunkstaatsverträgen und Medienverträgen verankern. Eine gendergerechte Vergabe öffentlicher Gelder sollte Maßgabe für Sender werden.

4.Eine Quote zur Beschäftigung von Regisseurinnen bei öffentlich-rechtlichen Sendern: Diese Sen- der sind das Nadelöhr zum Filmemachen. Die Beschäftigung im Fernsehen erhöht die Marktpräsenz und schafft in der Konsequenz größere Lohngerechtigkeit. Daher muss hier auf eine gendergerechte Verteilung von Jobs besonders geachtet werden.

5. Vergabegremien divers besetzen.

6.Nur Förderungen genehmigen, wenn Mindesthonorare und soziale Standards eingehalten sind.

7. Verbandsklagerecht* in der Filmbranche einführen.

8.Stelle zur Prüfung der Vergleichbarkeit einrichten.

9.Mehr Gelder für die Entwicklung von Sto en für Kreativteams Drehbuch/Regie unabhängig von Sendern und Produktionsformen bereitstellen.

Regisseurinnen sichtbar machen 

1. Altersdiskriminierung vermeiden. Hier sind wir alle gefragt.

2. Chancen vergeben: für Regisseurinnen, die sich um Wiedereinstieg bemühen oder bisher durchs
Raster gefallen sind.

3. Meet the Makers: ein Programm, das gezielt Regisseurinnen und Redakteur*innen zusammen bringt.

4. Coaching für Vertragsverhandlungen schon in der Ausbildung anbieten.

5. Frauennachwuchs gezielt fördern

6. Wissen verbreiten: Ergebnisse von Studien zum Thema Gendergerechtigkeit in der Film- und Fern-
sehbranche sollten auf einer eigens geschaffenen Plattform abrufbar sein.

7.Mehr Medienpräsenz für Regisseurinnen

8. Frauensolidarität: Frauen sind aufgefordert, gezielt Frauen anzustellen und weiterzubringen.

Die Film- und Fernsehbranche familienfreundlicher gestalten 

Der Wiedereinstieg nach Erziehungszeiten muss selbstverständlich werden. 

1. Erziehungszeiten bei der Marktbewertung und Bezahlung anerkennen.

2.Mit Förderprogrammen einen schnelleren Wiedereinstieg schaffen.

3. Präsenzkultur bewusst durchbrechen: Akzeptanz für flexible Arbeitszeitgestaltung erhöhen. Be- sonders in den Vorbereitungszeiten zum Beispiel können viele Dinge von zu Hause aus erledigt werden. Die Arbeitszeiten können an Kita- und Schulzeiten angepasst werden.

4. Förderprogramme und Geldtöpfe bei Sendern und Filmförderungen aufmachen für Mehraufwand und eine bessere Infrastruktur bezüglich der Kinderbetreuung.( z.B. Flüge nach Hause, Doppelbesetzung einzelner Teammitglieder mit Kindern, damit sie pünktlich Schluss machen können, oder am Wochenende nach Hause fahren können, Wohnmobile für Setmitglieder mit Kleinkindern, bzw. Kinderbetreuung am Set). Diese Maßnahmen kommen sowohl Vätern, als auch Müttern zu Gute.

5.Förderungen sollten einen Topf für Mehraufwand für familienfreundliches Drehen einrichten.

6. Kinderbetreuung als neues Gewerk am Set einrichten.

7. Kosten Kinderbetreuung zu Hause bei älteren Kindern absetzbar und förderbar machen.

8.Sender und Förderer müssen für mehr Familienfreundlichkeit und bessere, fairere Bedingungen Geld in die Hand nehmen.

9. KEF sollte darauf achten, dass solche Mehrproduktionsaufwendungen als Ausgaben anerkannt und abgerechnet werden können.

10. Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorleben.

Mehr Geld für faire Arbeitsbedingungen und Bezahlungen 

1.DieKEFsollteeinAugenmerkaufdieEinhaltungsozialerStandardsundgendergerechterVerteilung bei Auftragsproduktionen und Kinokoproduktionen haben.
Mehrkosten dafür sollten den Sendern gestattet sein.

2.Bei Auftragsproduktionen muss der Sparkurs aufhören. Auf diesem Wege dürfen keine sozialen Standards unterwandert werden.

3.Eine Enquete-Kommission einführen, um die Arbeitsbedingungen von Urheberinnen und Urhebern in Europa zu untersuchen, zu vergleichen und zu verbessern.

4.Firmen und Verbände sollten Frauennetzwerke unterstützen. (Beispiel: Frauennetzwerk Constantin, ZDF Medienfrauen)

5. Genderbeauftragte für die freien Gewerke in den Filmförderanstalten etablieren.

Pro Quote Regie e.V. www.proquote-regie.de 

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Let’s talk about money! Die Veranstaltung

Posted by on Jan 30, 2017 in BERLINALE 2017, FORUM, NEWS |

PRESSEMITTEILUNG zur Fachtagung Lohngerechtigkeit

19.01.17

„LET’S TALK ABOUT MONEY…“

Erstmals haben sich heute VertreterInnen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, ProduzentInnen, Verleiher, Filmförderer, RegisseurInnen und SchauspielerInnen unter der Überschrift „Let’s Talk About Money – Lohnungerechtigkeit in der Film- und Fernsehbranche“ in Berlin getroffen. Aufgabe: Mit PolitikerInnen die Gründe der teils eklatanten Lohnunterschiede zu erörtern. Der durchschnittliche Gender Pay Gap zwischen Männern und Frauen in der Kulturbranche beträgt in Deutschland 24%, in einigen Gewerken, beispielsweise  in der Regie und Dramaturgie 36% und im Kamerafach sogar  bis zu 70%. Ein Missstand, den auch Bundesministerin Manuela Schwesig in ihrer Eröffnungsrede herausstellte. Sie ergänzte dazu, dass Frauen über ihre ganze Lebensverlaufsperspektive hinweg 50% weniger Geld zur Verfügung haben als Männer. Ihre Rede schloss sie mit der Ankündigung, die Initiative Pro Quote Regie auch weiterhin zu unterstützen.

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Fishbowl-Diskussion.                     Manuela Schwesig

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   Kirsten Niehhus

Ein emotionaler Auftakt, der die ganze Tagung befeuerte. Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws: „Wir müssen an einen Punkt gelangen, dass wir politische Schritte in Angriff nehmen. Entscheidend ist doch der Wandel, der im Kopf stattfindet. Ich sage das jetzt auch mal als Feministin. Entscheidungen sollen eine andere Grundlage haben. Frauen mit ihren Sichtweisen, auch mit ihren Erfahrungen und Diskrimierungserfahrungen müssen gezeigt werden.“ Die wesentliche Rolle der Politik in Sachen Lohngleichheit betonte auch Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin der Filmförderung Medienboard Berlin-Brandenburg: „Das Thema Lohngleichheit muss in die Politik. Das bedeutet einen langen Atem. Ich glaube aber, dass im Moment ein günstiges historisches Zeitfenster ist, dass zu tun. Das ganze System von unten infrage zu stellen ist schwierig, wenn nur so wenig Frauen da sind.“ Eine Frau, die das System „von unten“ infrage stellt, ist ZDF-Reporterin Birte Meier, die dieser Tage ihren Arbeitgeber wegen Diskriminierung und ungleicher Bezahlung vor dem Berliner Landgericht verklagt.

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Ama Walton                              Matthias Schwarz

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   Tabea Rößner

Für das ZDF besuchte Claudia Tronnier die Tagung, Redaktionsleiterin von Das kleine Fernsehspiel. In Vertretung von Programmdirektor Dr. Norbert Himmler richtete sie aus, das ZDF plane Schritte für mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern. So solle der Anteil der unter der Regie von Frauen entstandenen Filme um jährlich 1% angehoben werden – aktuell sind es lediglich 12%. Zudem möchte das ZDF ein Gender-Monitoring einführen sowie Elternzeiten in den Lebensläufen von RegisseurInnen berücksichtigen. Tronnier versprach zudem: „Ich werde konkrete Verbesserungsvorschläge in das Haus hineintragen.“ Derlei gab es zahlreiche. Übereinstimmung herrschte indes über die Notwendigkeit, weiterhin auf Missstände hinzuweisen, den „Druck von außen hochzuhalten“, wie Patricia Schlesinger, Intendantin des RBB es formulierte: „Wir kommen an Frauen gar nicht mehr vorbei, das ist allen Anstalten klar.“

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Patrizia Schlesinger                          Claudia Tronnier

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  Jörg Langer

Klarheit gab es aber auch über die angespannte Situation für Filmschaffende. Michael Lehmann, Geschäftsführer der Studio Hamburg Produktion: „Wir sind eine Hochleistungsgesellschaft. Wenn ein Film in die Binsen geht, haben ganz viele andere Menschen ein riesiges Problem. Und da fragen wir uns schon, welchem Regisseur geben wir jetzt fünf Millionen in die Hand? Und das geht nur über Erfahrung. Und die bekommen Sie nur, wenn Sie so viel wie möglich drehen.“ Deswegen hat er als erster Produzent in Deutschland die 50%-Quote von Regisseurinnen umgesetzt. Dass aber trotzdem viele Frauen keinen zweiten und dritten Film aufgrund vielfältiger Gründe realisieren können, ist ebenso Fakt. Dennoch war die Tagung von durchweg positiver Energie getragen: Veränderung ist möglich und könne von jeder Einzelnen durch Engagement und Mut vorangetrieben werden.

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Gabriele Schulz                    Jan-Ole Püschel

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 Hans Werner-Meyer und Elke Ferner 

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Pro Quote Regie unterstützt die Filmreihe FEMMES TOTALES.   Spannendes, witziges und anspruchsvolles Kino von Frauen!

Posted by on Nov 30, 2016 in FORUM |

 Ab dem 24. November 2016 geht Femmes Totales auf große Kinotour. Hier könnt ihr erfahren, in welcher Stadt die Filme zu sehen sein werden!
Wo Wann Kino Welche Filme Webseite/Tickets
Berlin 24.11. – 3.12.16  Kino Babylon Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.babylonberlin.de
Hamburg 24.11. – 30.11.16 Studio Kino

     Blankeneser Kino
Koralle Kino
Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.studio-kino.de 

www.blankeneserkino.de

www.korallekino.de

Berlin 24.11. – Apr 2017 Sputnik Kino Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.sputnik-kino.com
Berlin ab 24.11. Kino Krokodil Yulas Welt www.kino-krokodil.de
Offenbach 24.11. Hafen 2 Kino Geschichten aus Teheran www.hafen2.net
München 29.11. – 27.12. Neues Maxim Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.neues-maxim.de
Hamburg 22.12. Metropolis Kino Null Motivation www.metropoliskino.de
Wiesbaden 10.1. – 26.1.17 Caligari Filmbühne Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.wiesbaden.de/caligari
Frankfurt/Main Kino Orfeos Erben Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.orfeos.de
Göttingen
24.1. & 31.1.17
Kino Lumière Geschichten aus Teheran & Yulas Welt www.lumiere.de
Hannover
11.5. – 17.5.2017
Kino am Raschplatz Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.kinoamraschplatz.de

 

Die Liste wird laufend aktualisiert!

Auch auf Facebook findet ihr aktuelle Infos und Termine: www.facebook.com/FemmesTotales/

 

Falls Euer Kino nicht dabei ist, sprecht gerne Euer Lieblingskino auf die Reihe an – vielleicht haben sie ja noch nicht davon gehört.

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