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„Especially when it comes to public money – it has to be equal.“ Jane Campion, Cannes 2014

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REALTY CHECK IN DER AKADEMIE DER KÜNSTE – DIE KRITIK!

Posted by on Feb 17, 2017 in BERLINALE 2017, DISKURS, EVENTS, FEEDBACK, FORUM, NEWS, PRESSESPIEGEL | Keine Kommentare

Berlinale: Von Frauenquoten, sexualisierter Gewalt vor der Kamera und der Macht des Filmschnitts

DEU, Deutschland, Berlin-Mitte, Akademie der Künste am Pariser Platz, 12.02.2017: "Reality Check - Wissenschaft meets Comedy" - Pro Quote Regie (www.proquote-regie.de). [Foto + ©: Dietmar Gust für Pro Quote Regie; Mobilfon: +49 (0)172 3016574; web: http://www.gustfoto.de, e-mail: info@gustfoto.de]
Mit Entertainment für die Quote. ©: Dietmar Gust für Pro Quote Regie

„Berlinale ist viel mehr als Kino. Es gibt tatsächlich Menschen, die während des Festivals nicht einen einzigen Film sehen, weil sie networken, promoten oder mit anderen eher zwischenmenschlichen Tätigkeiten beschäftigt sind. Zu denen gehöre ich ganz offensichtlich nicht, aber dann und wann verlasse auch ich den Kinosessel, um andere Veranstaltungen zu besuchen, immer dann nämlich, wenn es um Frauen vor und hinter den Kameras geht.

Zum zweiten Mal lud Pro Quote Regie während der Berlinale in die Akademie der Künste ein, dieses Mal mit einem umfangreichen, abwechslungsreichen und vor allem unterhaltsamen Programm. Aus den Aktivistinnen sind wahre Entertainerinnen geworden, die jedem biederen Klischee über Feministinnen widersprechen. Ihr diesjähriges Programm allerdings war besonders umfassend.

Nach einer kleinen Ansprache von Akademie-Präsidentin und Regisseurin Jeanine Meerapfel, in der sie auch die Akademie unter die kritische Gender-Lupe nahm, begrüßte Tatjana Turanskyj in gewohnt quirliger Manier die Anwesenden im Namen von Pro Quote Regie und übergab das Mikro an die Moderatorinnen des Events, Bettina Schoeller und Imogen Kimmel.

Der erste Punkt des Hauptprogramms war die thematische Einführung des Publikums in eine Stereotypenperformance, für die sich nun die Versuchskaninchen Esther Gronenborn und Cornelia Grünberg mit der Schauspielerin Julia Thurnau zurückzogen. Sie führten außerdem den „Man for a Day“-Workshops nach einer Methode von Diane Torr durch und ich konnte einen Blick auf die beiden Regisseurinnen – nun mit Bierbauch und Bart – erhaschen.

Zweiter Programmpunkt: Jutta Brückner und ihre erneut und völlig zu Recht umjubelte Ansprache zu unconscious bias, mit einer Fülle an schlauen Ideen zur Angst aller Geschlechter vor den Veränderungen vorhandener Strukturen und mit sehr konstruktiven Lösungsvorschlägen. „Sich für Gendergerechtigkeit einzusetzen ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Intelligenz!“, proklamierte Brückner unter Beifall und stellte dann einen Punkte-Plan vor, mit dessen Hilfe – wenn es nach ihr ginge – sich fortan eine Stiftung der Geschlechtergerechtigkeit vor und hinter der Kamera annehmen solle. Bettina Schoeller versprach, die Rede online zu veröffentlichen. Es lohnt sich also, in den nächsten Tagen mal auf der Webseite von Pro Quote Regie oder ihrem YouTube-Kanal vorbeizuschauen.

Auf die Kampfansage Brückners folgte eine dann im Vergleich doch etwas lasche Diskussionsrunde mit drei Schauspielerinnen, nämlich Nina Kronjäger, Belinde Stieve und Julia Thurnau, über die Rollenbilder im deutschen Film. Bitterkomische Anekdoten sorgten zwar für Lacher, konnten aber inhaltlich nur wenig Neues vermitteln. Belinde Stieve stellte ihr neues Projekt „Augen auf, Mund auf“ vor, mit dem sie uns ab sofort alle motivieren möchte, auf Sexismen, wann immer wir ihnen begegnen, öffentlich aufmerksam zu machen, beispielsweise durch einen Tweet. Den entsprechenden Hashtag nannte sie noch nicht, aber in ihrem Twitter-Feed wird er sicher bald zu finden sein.

Der für mich letzte Punkt der Veranstaltung war der Vortrag von Susanne Foidl, Dozentin an der HFF Konrad Wolf in Potsdam, die dem Publikum die Macht des Filmschnitts hinsichtlich der Konstruktion von Geschlecht verdeutlichte. Film und Fernsehen führte sie als „Weltanschauungsmaschine“ vor, die von Editor*innen quasi beliebig programmiert werden könne. Die von ihr und ihren Studierenden angefertigten filmischen Beispiele waren in der Tat augenöffnend. Am Beispiel einer „Tatort“-Szene zeigt Susanne Foidl etwa wie sich der Blick auf Figuren durch den Schnitt ändern kann. Außerdem gab es einen Vortrag von Dr. Maya Götz, eine Gesangsperformance und vieles mehr. Auch hier hoffe ich auf eine Veröffentlichung der Videoaufzeichnung bei YouTube, sodass alle davon profitieren konnten, die es nicht nach Berlin geschafft haben. (…)“ Sophie Charlotte Rieger, Mizzy Magazine

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Let’s talk about money! Die Veranstaltung

Posted by on Jan 30, 2017 in BERLINALE 2017, FORUM, NEWS | Keine Kommentare

PRESSEMITTEILUNG zur Fachtagung Lohngerechtigkeit

19.01.17

„LET’S TALK ABOUT MONEY…“

Erstmals haben sich heute VertreterInnen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, ProduzentInnen, Verleiher, Filmförderer, RegisseurInnen und SchauspielerInnen unter der Überschrift „Let’s Talk About Money – Lohnungerechtigkeit in der Film- und Fernsehbranche“ in Berlin getroffen. Aufgabe: Mit PolitikerInnen die Gründe der teils eklatanten Lohnunterschiede zu erörtern. Der durchschnittliche Gender Pay Gap zwischen Männern und Frauen in der Kulturbranche beträgt in Deutschland 24%, in einigen Gewerken, beispielsweise  in der Regie und Dramaturgie 36% und im Kamerafach sogar  bis zu 70%. Ein Missstand, den auch Bundesministerin Manuela Schwesig in ihrer Eröffnungsrede herausstellte. Sie ergänzte dazu, dass Frauen über ihre ganze Lebensverlaufsperspektive hinweg 50% weniger Geld zur Verfügung haben als Männer. Ihre Rede schloss sie mit der Ankündigung, die Initiative Pro Quote Regie auch weiterhin zu unterstützen.

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Fishbowl-Diskussion.                     Manuela Schwesig

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   Kirsten Niehhus

Ein emotionaler Auftakt, der die ganze Tagung befeuerte. Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws: „Wir müssen an einen Punkt gelangen, dass wir politische Schritte in Angriff nehmen. Entscheidend ist doch der Wandel, der im Kopf stattfindet. Ich sage das jetzt auch mal als Feministin. Entscheidungen sollen eine andere Grundlage haben. Frauen mit ihren Sichtweisen, auch mit ihren Erfahrungen und Diskrimierungserfahrungen müssen gezeigt werden.“ Die wesentliche Rolle der Politik in Sachen Lohngleichheit betonte auch Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin der Filmförderung Medienboard Berlin-Brandenburg: „Das Thema Lohngleichheit muss in die Politik. Das bedeutet einen langen Atem. Ich glaube aber, dass im Moment ein günstiges historisches Zeitfenster ist, dass zu tun. Das ganze System von unten infrage zu stellen ist schwierig, wenn nur so wenig Frauen da sind.“ Eine Frau, die das System „von unten“ infrage stellt, ist ZDF-Reporterin Birte Meier, die dieser Tage ihren Arbeitgeber wegen Diskriminierung und ungleicher Bezahlung vor dem Berliner Landgericht verklagt.

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Ama Walton                              Matthias Schwarz

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   Tabea Rößner

Für das ZDF besuchte Claudia Tronnier die Tagung, Redaktionsleiterin von Das kleine Fernsehspiel. In Vertretung von Programmdirektor Dr. Norbert Himmler richtete sie aus, das ZDF plane Schritte für mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern. So solle der Anteil der unter der Regie von Frauen entstandenen Filme um jährlich 1% angehoben werden – aktuell sind es lediglich 12%. Zudem möchte das ZDF ein Gender-Monitoring einführen sowie Elternzeiten in den Lebensläufen von RegisseurInnen berücksichtigen. Tronnier versprach zudem: „Ich werde konkrete Verbesserungsvorschläge in das Haus hineintragen.“ Derlei gab es zahlreiche. Übereinstimmung herrschte indes über die Notwendigkeit, weiterhin auf Missstände hinzuweisen, den „Druck von außen hochzuhalten“, wie Patricia Schlesinger, Intendantin des RBB es formulierte: „Wir kommen an Frauen gar nicht mehr vorbei, das ist allen Anstalten klar.“

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Patrizia Schlesinger                          Claudia Tronnier

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  Jörg Langer

Klarheit gab es aber auch über die angespannte Situation für Filmschaffende. Michael Lehmann, Geschäftsführer der Studio Hamburg Produktion: „Wir sind eine Hochleistungsgesellschaft. Wenn ein Film in die Binsen geht, haben ganz viele andere Menschen ein riesiges Problem. Und da fragen wir uns schon, welchem Regisseur geben wir jetzt fünf Millionen in die Hand? Und das geht nur über Erfahrung. Und die bekommen Sie nur, wenn Sie so viel wie möglich drehen.“ Deswegen hat er als erster Produzent in Deutschland die 50%-Quote von Regisseurinnen umgesetzt. Dass aber trotzdem viele Frauen keinen zweiten und dritten Film aufgrund vielfältiger Gründe realisieren können, ist ebenso Fakt. Dennoch war die Tagung von durchweg positiver Energie getragen: Veränderung ist möglich und könne von jeder Einzelnen durch Engagement und Mut vorangetrieben werden.

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Gabriele Schulz                    Jan-Ole Püschel

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 Hans Werner-Meyer und Elke Ferner 

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Pro Quote Regie unterstützt die Filmreihe FEMMES TOTALES.   Spannendes, witziges und anspruchsvolles Kino von Frauen!

Posted by on Nov 30, 2016 in FORUM | Keine Kommentare

 Ab dem 24. November 2016 geht Femmes Totales auf große Kinotour. Hier könnt ihr erfahren, in welcher Stadt die Filme zu sehen sein werden!
Wo Wann Kino Welche Filme Webseite/Tickets
Berlin 24.11. – 3.12.16  Kino Babylon Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.babylonberlin.de
Hamburg 24.11. – 30.11.16 Studio Kino

     Blankeneser Kino
Koralle Kino
Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.studio-kino.de 

www.blankeneserkino.de

www.korallekino.de

Berlin 24.11. – Apr 2017 Sputnik Kino Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.sputnik-kino.com
Berlin ab 24.11. Kino Krokodil Yulas Welt www.kino-krokodil.de
Offenbach 24.11. Hafen 2 Kino Geschichten aus Teheran www.hafen2.net
München 29.11. – 27.12. Neues Maxim Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.neues-maxim.de
Hamburg 22.12. Metropolis Kino Null Motivation www.metropoliskino.de
Wiesbaden 10.1. – 26.1.17 Caligari Filmbühne Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.wiesbaden.de/caligari
Frankfurt/Main Kino Orfeos Erben Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.orfeos.de
Göttingen
24.1. & 31.1.17
Kino Lumière Geschichten aus Teheran & Yulas Welt www.lumiere.de
Hannover
11.5. – 17.5.2017
Kino am Raschplatz Null Motivation, Yulas Welt, Geschichten aus Teheran, Hitzewelle, Girls don’t fly – Träume vom Fliegen www.kinoamraschplatz.de

 

Die Liste wird laufend aktualisiert!

Auch auf Facebook findet ihr aktuelle Infos und Termine: www.facebook.com/FemmesTotales/

 

Falls Euer Kino nicht dabei ist, sprecht gerne Euer Lieblingskino auf die Reihe an – vielleicht haben sie ja noch nicht davon gehört.

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Fristverlängerung: Große FFA-Onlinebefragung zum Thema „Karrierewege in der deutschen Filmindustrie“ bis zum 14.10. 2016 abrufbar

Posted by on Okt 6, 2016 in FORUM | Keine Kommentare

Liebe Regisseurinnen, liebe Filmschaffende,

Pro Quote Regie fordert nicht zur die 50% Quote und paritätische Gremien sondern auch  eine Studie zur Ursachen der Schieflache zw. Regisseuren und Regisseurinnen.   Diese FFA Studie  ist eine von diesen beiden Studien, die nun gemacht worden sind, bzw. gemacht werden.   Bitte daher unbedingt sofort teilnehmen,   Die Onlinebefragung ist nur bis zum 9.10 abrufbar, es dauert nicht lange, –  nur 10 bis 15 Minuten.

Hier nähere Infos.

FFA startet Online-Befragung zum Thema „Karrierewege in der deutsche Filmindustrie“

Was sind die Voraussetzungen, um in der Film- und Fernsehbranche beruflich erfolgreich zu sein? Und wie verlaufen die Karrierewege in der deutschen Filmindustrie? Diesen vieldiskutierten Fragen geht die FFA erstmals mit einer wissenschaftlichen Studie auf den Grund. Im Fokus der umfangreichen Untersuchung, mit der das Fraunhofer CeRRI gemeinsam mit der Medienforscherin  Prof. Dr. Elizabeth Prommer von uns beauftragt wurde, stehen sämtliche Berufsfelder bei Filmproduktionen – vom Drehbuch über Regie und Herstellung bis zu Kamera, Szenenbild, Kostüm, Schnitt und Ton.

Um dabei aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, ist die FFA auf eine hohe Beteiligung angewiesen und freut sich über die Mitwirkung unserer Verbandsmitglieder. Bitte unterstützen Sie die breit angelegte Online-Befragung – damit leisten Sie einen elementaren Beitrag zum Gelingen der Studie.

Der FFA-Fragebogen ist bis einschließlich Sonntag, den 9. Oktober 2016, unter dem LINK: https://www.soscisurvey.de/medienindustrie/, abrufbar.

Selbstverständlich bleiben alle Angaben anonym und fließen ausschließlich in die geplante FFA-Studie über Berufswege in der deutschen Film- und Medienindustrie ein. Die Ergebnisse der FFA-Befragung sendet diese allen teilnehmenden Verbandsmitgliedern gerne im Frühjahr 2017 zu – hierfür genügt ein kurzes schriftliches Signal unter der Email-Adresse: FFA-Umfrage@ffa.de.

 

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Frauen in Kultur und Medien

Posted by on Sep 14, 2016 in FORUM | Keine Kommentare

Pro Quote Regie freut sich: Eine der zentralen Forderungen aus unserem Aufruf ist umgesetzt. Die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Auftrag gegebene Studie des deutschen Kulturrates zum Thema „Frauen in Kultur und Medien“ zeigt deutlich: Frauen im Kulturbetrieb sind nicht nur stark benachteiligt, sondern werden auch schlechter bezahlt.   https://www.kulturrat.de/publikationen/frauen-in-kultur-und-medien/

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