Posted by on Nov 7, 2014 in ALLES, NEWS, POLITIK | Keine Kommentare

Gestern fand, auf Antrag der Grünen, im Bundestag eine Debatte zur Gleichstellung im Kulturbetrieb statt.

Es waren wie üblich wenig abgeordnete im Saal, aber als Ulle Schauws (Bündnis90/die Grünen) unsere Zahlen vorlas waren alle still.

Hier der Komplette Antrag der von Ulle Schauws vorgetragen wurde: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/028/1802881.pdf
Das hinderte die CSU nicht daran, in der Person von Dr. Herlind Gundelach, gegen eine Quote zu sprechen (weil ja Frauen sich doch lieber um ihre Kinder kümmern wollen als Kunst zu machen – so das Temor).
Diese Rede war so selten ignorant, dass ich mir erlaube daraus zu zitieren:

Ich sage einen Satz, auch wenn dieser fast an ein Tabu
rührt: Vielleicht sind manche Frauen, wenn sie denn
Kinder bekommen, in dem Moment gar nicht so stark an
einer beruflichen Karriere interessiert. Ich könnte das
auch nachvollziehen.
(Ulle Schauws [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ
NEN]: Darum geht es doch überhaupt nicht!
Sie verstehen überhaupt nicht, worum es
geht!)
(…)
Das führt mich zum nächsten Punkt. Es sind vermut
lich gerade die Frauen, die diese Flexibilität im Kultur
bereich nutzen und schätzen, um ihren Beruf ausüben zu
können, auch wenn sie Kinder bekommen. Dann arbei
ten sie natürlich nicht so viel wie jemand, der keine
Kinder und keine Familie hat, und verdienen konsequen
terweise auch weniger.
(Christian Kühn [Tübingen] [BÜNDNIS 90/
DIE GRÜNEN]: Ich glaube, das Fachgespräch
ist wirklich notwendig!)
Aber sie sind vielleicht gar nicht unzufrieden mit ihrem
Leben. Das muss kein Missstand sein.
(Zuruf von der LINKEN: Wo leben Sie denn?)
 
Ulle Schauws rief noch zurecht:
Haben Sie den Aufruf von Pro Quote Regie mal gelesen?

 
Die Linke (Sigrid Hupach) sprach für die Quote, die SPD ebenfalls:
Hier Brurkahrd Blienert (SPD)

Was wir aber vor allem brauchen, ist eine umfassende
Untersuchung, die die strukturellen Ursachen der man
gelnden weiblichen Präsenz in der Regie aufdeckt.
Wichtig ist auch eine breite Sensibilisierung für diesen
eklatanten Mangel an Gleichstellung im Filmbereich.
Die heutige Debatte verstehe ich – mit allen Facetten –
als einen wichtigen Beitrag dazu. Dafür hat die Initiative
Pro Quote Regie den Anstoß gegeben, und dafür können
wir alle gemeinsam nur dankbar sein
das komplette Wortlaut aller Reden hier: http://dipbt.bundestag.de/doc/btp/18/18063.pdf

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