PRO QUOTE REGIE hat sich vor fast zwei Jahren gegründet. Mittlerweile sind wir 363 Regisseurinnen, die für die Gleichstellung von Frauen in unserem Beruf eintreten. Gespräche mit Verantwortlichen aus Filmförderung und Politik haben uns in diesem Vorhaben bestätigt. Über Ihre Unterstützung als Unterzeichner/ Unterzeichnerin dieses Aufrufes würden wir uns freuen.

Über Ihre Unterstützung als Unterzeichner/ Unterzeichnerindieses Aufrufes würden wir uns freuen.
aufruf@proquote-regie.de (für Regisseurinnen)
appell@proquote-regie.de (für Unterstützer/Unterstützerinnen)

 

Den Anstoß zu unserem Zusammenschluss gab ein Artikel im Branchenblatt black box, der die Förderergebnisse zweier großer deutscher Filmförderungen vom Herbst 2012 unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit untersuchte.

Die Zahlen waren alarmierend: Bei den insgesamt 47 geförderten Kinoprojekten war die Regie-Position ausschließlich männlich besetzt. Die Zahlen des DFFF (Deutscher Filmförderfonds) von 2013, der als automatische Förderung ohne Juryentscheid die Verhältnisse ideal widerspiegelt, waren ähnlich: Bei den insgesamt 115 vom DFFF geförderten Projekten waren nur 13 von Regisseurinnen.

Für die Vergabesummen heißt das: von den 62,5 Millionen, die der DFFF 2013 vergeben hat, gingen knapp 6 Millionen an Regisseurinnen und etwas mehr als 56,5 Millionen an Regisseure. (Zahlen DFFF).

Bei der Auftragsvergabe durch Fernsehredaktionen, die in Deutschland das Nadelöhr des Filmemachens sind, sieht die Lage nicht anders aus. Unsere Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen hat ergeben: In den letzten zehn Jahren wurden weniger als 15 Prozent der Regieaufträge im Fernsehen an Frauen vergeben.

Die Zahlen der Filmhochschulen zeichnen aber ein ganz anderes Bild: 42 Prozent derjenigen, die das Regiediplom erhalten, sind Frauen. Eine Schieflage!

Diese betrifft nicht nur die Arbeitssituation von Regisseurinnen, sondern hat auch eine kulturelle und politische Dimension. In unserer vielfältigen Gesellschaft mit verschiedenen Religionen, Hautfarben und Kulturen werden 85 Prozent der Kino- und Fernsehfilme von Männern inszeniert. Wo bleiben die anderen Perspektiven und Meinungen? Wir brauchen eine Vielzahl von Perspektiven, um unsere Welt in unseren Filmen abzubilden! Sollen wirklich möglichst viele einschalten bzw. zuschauen, aber möglichst wenige mitmachen? Letztendlich führt mangelnde Pluralität zur Schwächung der Demokratie, aber auch der Wettbewerbsfähigkeit! Seit geraumer Zeit ist das Fernsehen auf der Suche nach Erneuerung, und immer wieder werden Reformen unseres Filmfördersystems diskutiert. Eine konsequente Gleichstellung von Frauen bei der Verteilung von Regieaufträgen ist ein wesentlicher Schritt, um Pluralität zu fördern, – 50 Prozent der Gesellschaft sind Frauen – den Blick auf die Welt zu erweitern und damit eine gewünschte Erneuerung in Gang zu setzen.
Wir sind davon überzeugt, dass die Diskriminierung von Frauen nicht programmatisch, sondern weitestgehend unbewusst geschieht. Selbstverständlich werden wir auch unser eigenes Verhalten unter die Lupe nehmen! PRO QUOTE REGIE setzt sich für Aufklärung ein, durch Öffentlichkeitsarbeit wollen wir öffentliches Bewusstsein schaffen.

 

 

Ein Blick ins Ausland:

dort sind die Zahlen nicht besser, und Regisseurinnen haben sich zu ähnlichen Initiativen zusammengeschlossen, zum Teil auch schon in Zusammenarbeit mit der Politik.
 
 

 

• SCHWEDEN

Auf Initiative des schwedischen Filminstitutes hin müssen seit 2012 mindestens
40 Prozent des Filmförderungsbudgets an Frauen in den Positionen Regie, Drehbuch oder Produktion vergeben werden.

• FRANKREICH

Drei Frauen aus der Filmvermarktung haben Le Deuxième Regard gegründet und die Charta für Gleichheit zwischen Männern und Frauen im Filmsektor auf den Weg gebracht. Darin rufen sie Produktionsfirmen, TV-Sender und Politik zur freiwilligen Selbstverpflichtung auf, mehr Frauen in Film und Fernsehen einzustellen. Ihr Anliegen ist, genderspezifische Statistiken nach Geschlechtern aufzuschlüsseln, alle Entscheidungsgremien paritätisch zu besetzen, für Gleichstellung zu sensibilisieren. Außerdem wollen sie die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen gewährleisten. Unter anderem ARTE, CNC und die französische Kulturministerin haben den Aufruf unterzeichnet.

• ENGLAND

Das Frauenkomitee von Directors UK hat eine Gleichstellungskampagne für Film und TV ins Leben gerufen. Deren Zahlen belegen, dass Frauen im Independent Bereich mit nur 18 Prozent vertreten sind und das auch nur im Low Budget Bereich. Im Fernsehsektor haben sie sogar an Einfluss verloren.

• USA

Der amerikanische Regieverband (DGA) hat 2012 eine Diversitätsstudie in Auftrag gegeben, deren Ergebnis sich mit unseren Recherchen für Deutschland deckt: weniger als 15 Prozent der Regieaufträge wurden an Regisseurinnen vergeben.

PRO QUOTE REGIE fordert für Deutschland:

• eine umfassende soziologische Studie zu Werdegang und beruflicher Situation
von Regisseurinnen, sowie zur Vergabepraxis von Sendern und Fördergremien
unter Gendergesichtspunkten
• eine paritätische Besetzung der Entscheidungsgremien aller Filmförderungen
• eine Quote für die Vergabe von Regieaufträgen im Fernseh- und Filmbereich

und zwar:

30% in 3 Jahren
42% in 5 Jahren und
50% in 10 Jahren.

Die Vision:

2018

Der Regieanteil von Frauen in den öffentlich-rechtlichen Sendern hat sich auf 30 Prozent erhöht.
Der Anteil von Frauen in den Vergabeausschüssen beträgt 50 Prozent.

2020

Der Regieanteil von Frauen in den öffentlich rechtlichen Sendern hat sich auf 42 Prozent erhöht.

2025

Die bundesweiten Filmfördermittel gehen zu 50 Prozent an Frauen. Die Quote ist kein Thema mehr, Vielfalt und Diversität
spiegeln sich im Fernsehen und in den Förderentscheidungen.

Pro Quote Regie ist abgeschafft!

Natürlich streben wir hier ein Ideal an. Nichts anderes taten die Verfasser unseres Grundgesetzes 1949,
als sie unter anderem den Artikel 3, Absatz 2 formulierten: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.
Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Um unsere Ziele zu erreichen, brauchen wir Ihre Solidarität und Unterstützung!

Bitte unterzeichnen Sie diesen Aufruf

schicken Sie eine kurze mail an:
aufruf@proquote-regie.de (für Regisseurinnen) und
appell@proquote-regie.de (für Unterstützer/Unterstützerinnen)